Gefühle
Gedanken an den Dschungel
Nun, was stellt sich die Durchschnitts-Bürgerin bzw. der Durchschnitts-Bürger vor, wenn er an Dschungel denkt?
Er denkt an Bäume, hohe Bäume. An viele Bäume, eben an Wald, an einen undurchdringlichen Wald. Er denkt an Bäume so hoch, dass die Sonne nicht zu sehen ist. Bäume so dicht, dass eine Machete (eine Art Säbel) gebraucht wird, um sich durch das Dickicht zu schlagen. Natürlich viele Lianen, kreuz und quer. Und dann die Luftfeuchtigkeit. Ui – sehr hoch – sehr feucht. Es ergeben sich peinlich deutliche Schwitzflecken unter den Achseln, auf dem Hemd bzw. der Bluse. Und tellergroße Schwitzflecken auf dem Rücken und auf der Brust. Schweißperlen stehen auf der Stirn, das Gesicht glänzt feucht. Der Körper ist klitschnass. Die Kleidung klebt am Körper. Die Schuhe scheinen sich tonnenschwer durch den modrigen und glitschigen Matsch zu quälen.
Überall wimmelt es von Insekten – Fliegen, Mücken, Käfer, manche so klein, dass sie nur als dunkle Punkte auf der Kleidung erscheinen. Ständiges Handwedeln und Pusten soll sie vertreiben. Jucken und Beißen bestimmen das Gefühl.
Überall zischt, zirpt und züngelt es. Durchdringende Schreie unterbrechen die ohnehin schon mächtige Geräuschkulisse.
Eine giftige Schlange hängt von einem Ast und schnellt plötzlich zu. Dann Wärme, seltsame Farben, Freiheit – und schließlich Bewusstlosigkeit, die alle Expeditionsträume beendet.
Dschungel und Regenwald
Das Wort „Dschungel" stammt aus dem Hindi „jangal" bzw. dem Sanskrit „jangala" und bedeutete ursprünglich unkultiviertes, unbebautes Land. Britische Kolonialherren übernahmen den Begriff und wandelten ihn zum englischen „jungle", das für subtropische Monsunwälder steht.
Dschungel im übertragenen Sinn
Großstadtdschungel: verwirrende städtische Wege, Lärm, Gedränge.
Paragrafendschungel: unverständliche bürokratische Komplexität, die spezialisierte Anwälte erfordert.
Gesetz des Dschungels: „Es gilt das Recht des Stärkeren."